| "Der alles gut gemacht hat, was Er erschuf" |
| Geschrieben von: Anja Belfort |
| Montag, 15. Februar 2010 16:41 |
Mädchenbeschneidung im IslamDie Beschneidung weiblicher Genitalien wird hauptsächlich in Ländern Afrikas praktiziert, in denen der Islam vorherrschend ist. Obwohl die Prozedur, welche für die Betroffenen nicht nur einen Schnitt zur Frau, sondern auch einen Schnitt in die Seele bedeutet, nirgends im Koran erwähnt wird, dient der Glaube immer wieder als Begründung für die Tat. Alle 10 Sekunden werden einem Mädchen die Genitalien beschnitten. Die Eltern empfinden dies als eine religiöse Pflicht und versuchen damit die Chancen ihrer Tochter auf dem Heiratsmarkt zu erhöhen. Bei den meisten Mädchen wird die Beschneidung bei vollem Bewusstsein und unter unhygienischen Bedingungen durchgeführt. Die Kinder durchleben dabei nicht nur körperliche, sondern auch psychische Qualen, welche ihr weiteres Leben beeinträchtigen. Für Einige endet die Prozedur gar mit dem Tod. Dennoch gilt in vielen Gebieten: nur eine beschnittene Frau ist eine gute Muslimin. Ausserhalb Afrikas ist die weibliche Genitalverstümmelung hingegen kaum bekannt und stösst auf grosse Ablehnung. Im Koran unerwähntObwohl überliefert ist, dass die Mädchenbeschneidung bereits zu Zeiten Mohammeds existierte, wird deren Ausübung im Koran weder erwähnt noch gefordert. Es sind auch keine Überlieferungen bekannt, die besagen, der Prophet Mohammed habe seine Töchter beschneiden lassen. Die Beschneidung weiblicher Genitalien wurde bereits vor der Zeit Mohammeds, der als Begründer der gegenwärtigen Form des Islam bezeichnet werden kann, praktiziert. Hinzu kommt, dass sie in den meisten islamischen Ländern gänzlich unbekannt ist und im Koran nicht erwähnt wird. Folglich handelt es sich dabei nicht um eine grundsätzliche Pflicht, die von Muslimen zwingend erwartet wird. Die Begründung der Tat als eine religiöse Pflicht scheint daher fragwürdig. Eine kulturelle "Notwendigkeit"Hinter der weiblichen Genitalverstümmelung verbirgt sich vielmehr ein Konzept des Frauseins, eine etablierte, scheinbare "Notwendigkeit" und Forderung. Genitalverstümmelte Frauen gelten in jenen Gesellschaften als „normal“. Diese Auffassung hingegen verhindert oder verbietet gar die Akzeptanz der natürlichen Weiblichkeit. Die Prozedur wird als Notwendigkeit verstanden und ist für die Frauen zudem identitätsstiftend; unbeschnittene Frauen werden dadurch somit gar zu Aussenseiterinnen. Der soziale Druck ist daher zu hoch, als dass auf eine Beschneidung verzichtet werden kann. |