BERICHT: Religion als Heilsversprechen
Geschrieben von: Duygu Dogru   
Donnerstag, 23. Mai 2013 18:07

Vortrag von Prof. Dr. Martin Riesebrodt an der UniversitĂ€t ZĂŒrich am 14. Mai 2013

Prof. Dr. Martin Riesebrodt (Foto: Höpflinger)

Die UniversitĂ€t ZĂŒrich durfte am 14.5.13 einen der bekanntesten Religionssoziologen der Gegenwart willkommen heissen. Im Rahmen einer Masterveranstaltung des Zentrums fĂŒr Religion, Wirtschaft und Politik (ZRWP) wurde Prof. Dr. Martin Riesebrodt eingeladen, um einen öffentlichen Vortrag ĂŒber Religion zu halten. Seine Rede transformierte nicht nur zunĂ€chst banal erscheinende AnsĂ€tze in bedeutende Theorien, sondern galt auch regelrecht als ein PlĂ€doyer fĂŒr den allgemeinen Religionsbegriff – zum Trotz aller Skepsis.

Was ist Religion?

Der Begriff ‚Religion‘ ist ein westliches Produkt und muss deshalb aufgegeben werden. Er wurde in der Kolonialzeit durch die politische Interessenlage des Westens verformt und zur Kategorisierung fremder, meist als primitiv empfundener Gesellschaften sowie zur Rechtfertigung der eigenen Macht benutzt – so die Meinung einiger Wissenschaftler. Es stellt sich dabei aber die Frage, wovon denn nun stattdessen die Rede sein soll: Diskurs, Weltbild oder doch Tradition? Eine bessere Alternative zum Religionsbegriff scheint nie gefunden worden zu sein. Sollte er also trotzdem beibehalten werden, wie ist er dann zu rechtfertigen?

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MEINUNG: Sprache und Theologie bei Anselm GrĂŒn. Ein RĂŒckblick auf das Symposium an der UniversitĂ€t Freiburg am 26. und 27. April 2013
Geschrieben von: Thomas Philipp   
Freitag, 17. Mai 2013 09:20

Das Regal Religion in der Bahnhofsbuchhandlung Bern hat vier Etagen mit folgenden Bereichen: Buddhismus, Esoterik, Christentum, und die vierte Etage ist der Literatur von Pater Anselm GrĂŒn gewidmet. Anselm GrĂŒn ist also eine internationale Marke! Sie steht fĂŒr einen achtsamen und barmherzigen Umgang mit sich selbst, fĂŒr eine Gebetssprache, die Gott unsere seelischen Wunden hinhĂ€lt und ihn um Heilung bittet. Mit ĂŒber 300 Sachtitel und einer Auflage von ĂŒber 18 Mio. BĂŒchern, ĂŒbersetzt in 32 Sprachen, ist GrĂŒn weltweit einer der wirkmĂ€chtigsten Zeitzeugen der Frohen Botschaft des Christentums. Offenbar findet GrĂŒn Kommunikationswege, die vielen anderen verschlossen sind. Man sollte meinen, dass dieses PhĂ€nomen fĂŒr die Professionellen der Glaubenssprache interessant sei. Doch seltsam ist: Eine Auseinandersetzung der theologischen Wissenschaft mit GrĂŒn gibt es nicht. Von der Handvoll Titel zur wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit Anselm GrĂŒn stammen gerade zwei aus der UniversitĂ€t. Gewiss, GrĂŒn schreibt nicht als Wissenschaftler, aber seine Wirkung ist greifbar!

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MEINUNG: Ganges-Wasser - Àusserlich schmutzig, innerlich reinigend!
Geschrieben von: Krishna Prema   
Montag, 29. April 2013 16:09

„Oh Swagatam Gange, Saranagatam Gange!“ GesĂ€nge zur Verherrlichung von Mutter Ganga erfĂŒllen die AtmosphĂ€re. „GegrĂŒsst seist du Ganga, Dir gebe ich mich hin, Ganga!“ Die Gebete werden von Tabla-Rhythmen begleitet und laden zum Mitklatschen und Singen ein. Die jungen Studenten des Ashramas entzĂŒnden die schweren Butterfettlampen und ihr Guru eröffnet die Ganga-Verehrungszeremonie am Ufer des heiligen Flusses. Am Horizont verfĂ€rbt sich der Himmel rötlich und die grosse Shiva-Statue auf der gegenĂŒberliegenden BrĂŒcke des Paramarth Gaths strahlt eine mystische PrĂ€senz aus. Ohne Zweifel sind diese Zeremonien, wie die hier beschriebene in Risikesha, einer der Höhepunkte unserer jĂ€hrlichen Ganges-Reisen. Aber weshalb verehren Hindus eigentlich einen Fluss?

In Indien hatten die Menschen schon immer ein tiefes Vertrauen in den Gangesfluss und die aussergewöhnliche Kraft seines Wassers. König Akbar nannte es "Wasser der Unsterblichkeit" trug stets etwas Reserven bei sich. Selbst britische Seefahrer schĂ€tzten das Gangeswasser, wenn sie ihre dreimonatige Schiffsreise nach England vornahmen, da es immer "sĂŒss und frisch" blieb. Ich selber erfuhr auf meinen Pilgerreisen immer wieder die reinigende Wirkung des heiligen Wassers. Auf der letzten Ganges-Reise hatten einige Teilnehmer diesbezĂŒglich aber auch ihre Zweifel zum Ausdruck gebracht.

"Reinigende Wirkung?!" Leider ist der heiligste Fluss Indiens wohl auch einer der schmutzigsten FlĂŒsse des Landes! Zwar hat der Ganges eine enorm starke selbstreinigende Kraft, aber allein in Kolkata werden tĂ€glich 320 Mio. Liter AbwĂ€sser in den Gangesarm Hugli eingeleitet. Die Belastung durch Kolibakterien soll 2000-mal höher sein als in Indien erlaubt ist. Man kann es also nicht abstreiten, der Zustand des Ganges ist eine ökologische Katastrophe! Daran konnte leider auch die ihm Jahr 1986 gestartete Initiative „Ganga Action Plans“, welches das teuerste und umfassendste Umweltschutzprogramm in der Geschichte Indiens war, nicht viel Ă€ndern.

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MEINUNG: Mehr als zwei Wochen Franziskus
Geschrieben von: Thomas Philipp   
Mittwoch, 10. April 2013 14:13

Buena sera 
 Wir spĂŒren, wie die bleierne LĂ€hmung der Ratzinger-Jahre von uns weicht, einstweilen nur atmosphĂ€risch, und sichtbar in ersten Schritten. Der Neue tritt gewinnend und warmherzig auf; wĂ€scht strafgefangenen Jugendlichen die FĂŒsse, pfeift auf Panzerglas, wohnt nicht im Palast 
 auf einmal werde ich auf den Papst angesprochen, dutzendweise, neugierig, positiv. Es ist etwas weniger peinlich, katholisch zu sein 


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Zitronenfalter-Tage
Geschrieben von: StĂ©phanie Jetter   
Freitag, 29. MĂ€rz 2013 00:00

KOLUMNE: Religion im Alltag

Es gibt sie, diese Momente – diese filigrane Portion Wonne, diese Sekunde Poesie. Wovon ich spreche? Von einem sonnengelben Zitronenfalter inmitten melancholischer Novembernebelschwaden, beispielsweise. Oder einem auf der Karte nicht verzeichneten Bergseelein nach siebenstĂŒndiger Sommerwanderung. Unerwartete GlĂŒcksmomente liebkosen den Alltag, lassen uns fĂŒr einen kurzen Augenblick innehalten, nachdenken, lĂ€cheln.

Und genau so ein Moment ereignete sich heute Morgen. Urplötzlich. Keine verrĂ€terischen Anzeichen im Vorfeld, kein Munkeln im Dunklen – im Gegenteil: HĂ€tte man mir um 7.45 Uhr prophezeit, dass ich – wie ich nach viel zu kurzer Nacht gestresst versuchte, mit sturmem Kopf und klammen Gliedern (der alte Boiler sollte dringendst repariert werden!), mir mit dem klapprigen Fahrrad einen mehr oder minder flotten Weg durch den Rush-Hour-Verkehr Richtung ZĂŒrich Zentrum zu bahnen – in weniger als 30 Minuten vor RĂŒhrung weinen wĂŒrde: ich hĂ€tte verĂ€chtlich gespottet. Aber ich musste weinen. Und ich musste lĂ€cheln – tief in mir drin. Wie das gekommen ist? Ich erzĂ€hle es euch:

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Rituale im designten Wandel?
Geschrieben von: Melissa Solothurnmann   
Dienstag, 26. MĂ€rz 2013 17:53

Rezension: Ritualdesign

Zur kultur- und ritualwissenschaftlichen Analyse „neuer“ Rituale (2012)

Janina Karolewski, Nadja Miczek, Christof Zotter (Hg.)

ritualdesign

Rituale unterstehen stĂ€ndigen dynamischen Prozessen: Sie werden „verĂ€ndert, angepasst, ergĂ€nzt, transferiert, neu eingefĂŒhrt, abgeschafft, ausgedehnt oder verkĂŒrzt.“ In diesem Zusammenhang entstand auch der Begriff „Ritualdesign“, wobei noch kein Konsens zur konkreten Verwendung oder zur Definition des neologistischen Begriffs gefunden werden konnte. Eine Möglichkeit zur BegriffsklĂ€rung bietet der Religionswissenschaftler Gregor Ahn, welcher als Kriterium fĂŒr Ritualdesign die Intention des Ritualgestalters voraussetzt: Ein Akteur modifiziert unter expliziten Intentionen ein Ritual- und schafft somit ein Ritualdesign.

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