|
Geschrieben von: Joe M.
|
|
Sontag, 16. Oktober 2011 12:48 |
|
Im Vorfeld der National- und Ständeratswahlen vernehmen wir von den Kandidierenden religiös geprägter Parteien als Antwort auf die Frage nach der Motivation für ihre Kandidatur, dass sie „Christliche Werte stärken“ und sich für ein „Christliches Zusammenleben“ einsetzen wollen. Das Christentum sei die „Grundlage aller ethischen Werte“ und eine „Moral ohne Gott führe zu Beliebigkeit und Unmoral“ lernen wir weiter. Plakative Bekundungen dieser Art erfolgen scheinbar ohne tiefere Kenntnisse der Bibel und unter beharrlichem Ignorieren der grenzenlosen Amoral, die sich in der Geschichte des Christentums widerspiegelt. Ich möchte nicht bestreiten, dass eine Reihe christlicher Werte durchaus als Kernbestand einer Moral angesehen werden können. Welche dieser Werte aber tatsächlich biblischen Ursprungs und nicht das Ergebnis einer kulturellen Entwicklung sind, bleibt dahingestellt. |
|
Weiterlesen...
|
|
Geschrieben von: Joe M.
|
|
Samstag, 10. September 2011 11:07 |
|
Auf meinen wiederholten Geschäftsreisen nach Japan und Taiwan hatte ich immer wieder die Möglichkeit, die exotische asiatische Kultur kennenzulernen. Meine Besuche an den Wochenenden galten vor allem Museen, Schreinen und Sakralbauten. In Japan waren die alten Kaiserstädte Kamakura, Kyoto und Nara die Highlights mit ihren mächtigen Tempelanlagen und den oftmals beeindruckend grossen Buddhastatuen. Die schiere Schönheit dieser Buddhafiguren, ob sie nun gross oder klein, tönern, aus Bronze oder vergoldet waren, hatte mich immer tief berührt und die friedvolle Gelassenheit und Weisheit in den Zügen des edlen Hauptes Buddhas wollte so gar nichts Gemeinsames haben mit den geschundenen Gliedern unseres Heilands. Es muss nicht verwundern, dass sich viele Menschen im Westen lieber eine schicke Buddhafigur ins Wohnzimmer stellen als den Gekreuzigten an die Wand zu hängen – oder falls bereits ein verstaubtes Kruzifix in der guten Stube vorhanden ist, der Ästhetik einer Buddhastatue den Vorrang geben und selbst abstrakte Gusseisen- oder Glaskeramikkreuze auf den Dachboden verbannen. |
|
Weiterlesen...
|
|
Geschrieben von: Joe M.
|
|
Freitag, 10. Juni 2011 10:49 |
|
Der schottische Ethnologe James Frazer erforschte religionsgeschichtliche Fragen und gilt als Mitbegründer der Religionsethnologie. Über das in der katholischen Kirche als Eucharistie bekannte Sakrament schrieb er folgendes: „Die mexikanischen Azteken glaubten schon vor der spanischen Eroberung, dass ihre Priester durch das Weihen von Brot dieses zu dem wahren Leib ihres Gottes machen konnten, so dass alle, die davon assen, eine mystische Kommunion mit der Gottheit eingingen, indem sie ein Stück ihrer göttlichen Substanz in sich aufnahmen. Das Dogma von der Transubstantiation oder magischen Verwandlung von Brot in Fleisch war auch den Aryanern des alten Indiens lange vor der Ausbreitung, ja auch dem Aufkommen des Christentums bekannt.“ Später verallgemeinerte Frazer das Thema: „Es ist nunmehr leicht zu verstehen, weshalb ein Wilder den Wunsch hat, von dem Fleisch der Menschen oder der Tiere zu essen, die er für göttlich hält. Indem er von dem Leib des Gottes isst, nimmt er teil an dessen Eigenschaften und Fähigkeiten.“ |
|
Weiterlesen...
|
|
|
|
<< Start < ZurĂĽck 1 2 3 4 5 Weiter > Ende >>
|
|
JPAGE_CURRENT_OF_TOTAL |