| Einmal Jenseits und zurĂĽck |
| Geschrieben von: Serina Heinen |
| Sontag, 26. Oktober 2008 12:46 |
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Mein Weg zum „Jenseits“ führte durch einen dunklen Vorraum, in dem sich zwei Geister aufhielten und mir das Thema der Ausstellung näher brachten. Beim Weitergehen erschien die Anzeige „Goodbye“, die mir den Eingang zum „Jenseits“ signalisierte: Der Beginn der Ausstellung und sogleich der Beginn einer Reise durch ein thematisches Spannungsfeld. Der Fokus der Ausstellung ist auf die Kommunikation mit dem Jenseits und seinen Bewohnern gelegt. Die Künstler setzen sich mit Fragestellungen wie „Auf welche Weise wird mit dem Jenseits in Kontakt getreten?“, „Wie wendet sich das Jenseits aktiv zum Diesseits?“ und „Ist ein gegenseitiger Austausch zwischen den beiden Welten möglich?“ auseinander. Somit geht es primär um den Dialog und nicht, wie möglicherweise von manchen erwartet wird, um verschiedene Jenseitsvorstellungen. Diese können lediglich indirekt erschlossen werden. ThemenvielfaltDie Ausstellung birgt enormes Entdeckungspotential, wobei sie sich mit Themen wie „Im Gespräch mit Verstorbenen“, „Arme Seelen“, „Ein Blick ins Jenseits“, „Spuk“, „Spiritismus“, „Diktate aus dem Jenseits“ und „Lug & Trug“ befasst. Die in der Schweiz weit verbreitete Tradition, die Verstorbenen auf dem Friedhof zu besuchen, wird in der Ausstellung durch eine etwas modernere Variante ergänzt. Der sogenannte „Telefonengel“ wurde entwickelt, um den Anforderungen einer immer hektischer werdenden Welt zu entsprechen. Der „Telefonengel“ besteht aus einer Box, in der sich ein Handy befindet. Dieses Gehäuse kann beim Verstorbenen vergraben werden. Ist ein Besuch aus zeitlichen oder geographischen Gründen nicht möglich, kann mittels des Telefonengels ein Gespräch mit dem Verstorbenen hergestellt werden. Im Verlauf der Ausstellung erhält der Besucher zudem eine kurze Einführung in den Spiritismus. Spiritisten sind der Überzeugung, dass Seelen Verstorbener mit Hilfe verschiedenster Mittel, z.B. mit dem sogenannten „Witchboard“ mit der diesseitigen Welt kommunizieren können. Besonders spannend ist die auf Video aufgenommene Séance des deutschen Felix-Zirkels, dessen Mitglieder sich wöchentlich treffen. Hokuspokus oder faszinierende RealitätEs herrschen unterschiedliche, oft gegensätzliche Meinungen bezüglich aussersinnlichen Angelegenheiten. Die Einen drücken dem Dialog mit dem Jenseits den Stempel „Hokuspokus“ auf, wohingegen Andere den Austausch mit dieser Welt als faszinierende Realität sehen. Der Balanceakt zwischen befürwortender und skeptischer Position ist den Künstlern meines Erachtens gut gelungen. Denn neben bejahenden Erlebnisberichten werden auch kritischen Stimmen Gehör verschafft. So werden in einer Reihe von Fallbeispielen die Schwindeleien von Trickbetrügern aufgedeckt. Dialog mit dem Jenseits – möglich oder nicht?Auf diese Frage bieten die Künstler keine absolute Antwort, sondern überlassen die Entscheidung dem einzelnen Besucher. Nichtsdestotrotz interessieren sich die Künstler für die Ansichten der Besucher. Aufgrund dessen erstellten sie einen Fragebogen, den die Besucher am Ende der Ausstellung per Computer ausfüllen können. Die Daten werden anschliessend ausgewertet und auf einem Bildschirm für die nachgehenden Besucher präsentiert. Ein freundliches „Hello“ begrüsste mich dann am Ende der Ausstellung und wies mir den Weg zurück ins Diesseits. Eine empfehlenswerte AusstellungLetzten Endes kann ich den Besuch der Ausstellung „Goodbye & Hello“ nur empfehlen. Die abwechslungsreich gestaltete Ausstellung ist kurzweilig und verschafft einen Überblick über zahlreiche Themenbereiche, ohne eine Reizüberflutung zu verursachen. Zudem ist sie so konzipiert, dass der Besucher nicht nur auf visuellem Weg, sondern auch auditiv Informationen erhält. "Goodbye and Hello" 17.10.2008-5.7.2009 im Museum für Kommunikation, Bern Im Dialog mit dem Jenseits. DRS 1 Doppelpunkt. 13.11.2008 |