| Religionen in der Schweiz |
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Die schweizerische Religionslandschaft hat sich in den vergangenen Jahren in verschiedener Hinsicht verändert, wobei auch widersprüchliche Entwicklungen festzustellen sind. Einerseits wird immer wieder beklagt, dass wir in einer gottlosen Zeit leben, dass sich die Menschen von der Religiosität abwenden und sich anderem wie Entertainment und Konsum hingeben. Andererseits boomen neue religiöse Bewegungen und religiöse Themen sorgen im Alltag und der Politik für hitzige Debatten und aufbrausende Emotionen. Abwendung von der ReligionEin Trend, der sich in der Religionslandschaft der Schweiz zunehmend abzeichnet, ist die Säkularisierung. Religion verliert an sozialer und auch individueller Bedeutung. Dieser Prozess lässt sich an der ansteigenden Prozentzahl von Schweizern aufzeigen, die sich als konfessionslos bezeichnen. Auch den Gang zur Kirche nehmen immer weniger auf sich. Die gleichen Phänomene sind auch in anderen Glaubensrichtungen nachweisbar. Religion wird deswegen aber nicht bedeutungslos. Im Gegenteil…. …sie existiert im Leben des EinzelnenDie Abwendung einer steigenden Anzahl von Bewohnern der Schweiz von den institutionalisierten Glaubensrichtungen muss aber nicht zwangsläufig eine Abnahme der Religiosität des Individuums mit sich ziehen. Verschiedene Studien zeigen auf, auch wenn kritisierbar, dass eine Individualisierung der Religion und der Religiosität sich entwickelt hat. Unterschiedliche Elemente von Religionen werden herausgenommen und individuell wieder zusammengesetzt. Religion wird zu einer persönlichen Angelegenheit, Religiosität zu einer persönlich wählbaren Bestimmung. …sie hat aktuelle gesellschaftliche RelevanzDie Schweiz hat sich im Verlauf der letzten 40 Jahre in ein Land mit vielen verschiedenen religiösen Gruppen gewandelt. Im Jahre 1978 wurden 98 Prozent der Schweizer einer christlichen Religionsgemeinschaft zugeordnet. Anhand der letzten Volkszählung kann heute die Mehrheit der Schweizer Bevölkerung noch immer als christlich bezeichnet werden, es leben aber ebenfalls Moslems, Hindus, Buddhisten, Sikhs, Bahá’i und Mitglieder anderer Glaubensrichtungen in der Schweiz. Diese neue religiöse Vielfalt ist vor allem in den städtischen Gegenden der Schweiz anzutreffen, was zum einen mit der Dynamik der Migration und zum anderen mit der grösseren sozialen Akzeptanz in der Anonymität der grösseren Städte zusammenhängt. Die neue Erfahrung der religiösen Vielfalt wirft viele Fragen und Verhandlungsnotwendigkeiten auf. Gehört der christliche Religionsunterricht noch an die Schule? Welche religiösen Feste feiert man im Unterricht? Müssen muslimische Mädchen in den Schwimmunterricht? Dürfen Minarette gebaut werden? Sind das reformierte und katholische Christentum als Landeskirchen der Schweiz noch tragbar? Diese Fragen und noch viele mehr werden in der Schweizer Politik, in den Medien und im Alltag gestellt und diskutiert. Religion, Religiosität und Glaubensunterschiede als gesellschaftlich relevante Themen, die Menschen berühren und ganze Gemeinschaften sowie Behörden beschäftigen. Die Veränderungen der Schweizer Religionslandschaft macht eines unumgänglich – den Dialog. Der Austausch zwischen den Individuen und Glaubensgemeinschaften ist notwendig, um die wechselseitige Kenntnis und somit das Verständnis für verschiedene Glaubensvorstellungen und Lebensweisen zu fördern und eine Diskussion zu ermöglichen.
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