Rafaela Estermann

Strukturen und Organisationsformen der interreligiösen Arbeit in der Schweiz

Der interreligiöse Dialog in der Schweiz hat sich aus vielen lokalen Initiativen zu einem lebendigen und vielfältigen Feld entwickelt. Dabei entstanden jedoch auch viele parallele Strukturen, die eine effektive Ressourcennutzung erschweren. Um diese Herausforderungen zu bewältigen, ist es notwendig, die bestehenden Strukturen zu analysieren und gemeinsam an Verbesserungen zu arbeiten.

Der interreligiöse Dialog in der Schweiz hat sich aus vielen lokalen Initiativen zu einem lebendigen und vielfältigen Feld entwickelt. Diese anfängliche Vielfalt war wertvoll und brachte zahlreiche positive Begegnungen mit sich. Gleichzeitig entstanden jedoch auch parallele Strukturen, die eine effektive Ressourcennutzung erschweren. Fehlende Vernetzung führt dazu, dass wertvolle Ressourcen und Ideen nicht optimal genutzt werden. Organisationen überschneiden sich mitunter in ihren Aktivitäten, da ihnen oft nicht bewusst ist, welche Aufgaben andere bereits übernehmen. Dies kann dazu führen, dass ähnliche Projekte parallel durchgeführt werden, wodurch Synergien ungenutzt bleiben und unnötige Konkurrenz entsteht – etwa im Fundraising, das für viele Organisationen eine zentrale Herausforderung darstellt.

Interreligiöse Arbeit ausserhalb kirchlicher Strukturen lebt von Spenden und Drittmitteln. Dabei legen Geldgeber:innen zunehmend Wert auf eine zielgerichtete und wirkungsorientierte Mittelverwendung. Sie erwarten klare Profile und nachvollziehbare Abgrenzungen zwischen Organisationen, um Überschneidungen zu vermeiden und die Effektivität der eingesetzten Ressourcen sicherzustellen. Ein koordiniertes Vorgehen und die Konzentration auf Kernkompetenzen sind daher entscheidend, um die interreligiöse Arbeit nachhaltig zu gestalten. Angesichts der heutigen Herausforderungen sind eine bessere Abstimmung und ein bewusster Umgang mit den jeweiligen Stärken der Organisationen notwendig, um die gesetzten Ziele zu erreichen.

Ein koordiniertes Vorgehen sind entscheidend, um die interreligiöse Arbeit nachhaltig zu gestalten.

Ein genauerer Blick auf die verschiedenen Organisationsstrukturen und ihre jeweiligen Vor- und Nachteile ist daher unerlässlich. Die folgende Zusammenstellung von Erkenntnissen basiert auf praktischer Erfahrung und Wissen, das durch langjährige Tätigkeit in der interreligiösen Arbeit in der Schweiz erworben wurde. Es handelt sich dabei um eine Kategorisierung, die als Sammlung von Idealtypen zu verstehen ist.

Idealtypen sind bewusst vereinfachte und zugespitzte Modelle, die dazu dienen, komplexe Zusammenhänge greifbar zu machen. Sie stellen keine vollständige Abbildung der Realität dar, sondern betonen bestimmte Merkmale, um typische Muster oder Unterschiede besser zu erkennen. Diese Kategorien sollten daher nicht als starre oder abschliessende Beschreibungen verstanden werden, sondern als analytische Hilfsmittel, um die Vielfalt interreligiöser Organisationen und Ansätze systematisch zu betrachten und zu vergleichen. In der Praxis können Organisationen Elemente mehrerer Idealtypen aufweisen oder sich in ihrer Arbeit von den hier beschriebenen Kategorien abgrenzen.

Verschiedene Organisationsstrukturen

Die Organisationen in der Schweiz haben verschiedene Strukturen entwickelt, oft auf pragmatische Weise und ohne genaue Überlegung, welche Struktur für welche Ziele am besten geeignet ist. Dadurch sind verschiedene Typen von Organisationsstrukturen entstanden. Dabei kommt es vor, dass die Organisationen Aktivitäten durchführen, die nicht optimal zu ihrer jeweiligen Struktur passen, auch weil aufgrund mangelnder Vernetzung das Wissen über die Aktivitäten anderer Organisationen fehlt. Häufig ist ihr Handeln auch von den verfügbaren finanziellen Mitteln abhängig, was die Umsetzung ihrer Ziele beeinflusst. Es lässt sich beispielsweise eine teilweise Säkularisierung der interreligiösen Arbeit feststellen, weil religionsbezogene Aktivitäten schwierig zu finanzieren sind.

Top-down Ansatz: Repräsentant:innen

Einige Organisationen folgen einem Top-down-Ansatz, bei dem religiöse Repräsentant:innen eine zentrale Rolle spielen. Vertreter:innen aus verschiedenen Gemeinschaften werden in diese Gremien delegiert. Diese Strukturen basieren auf in den Gemeinschaften etablierten Hierarchien, denn die Repräsentant:innen sind meistens religiöse Würden- oder Amtsträger:innen. Indem sie Entscheidungsträger:innen vernetzen, sind diese Organisationen besonders geeignet, grosse Institutionen ins Gespräch zu bringen.

Eine solche Vernetzung stärkt beispielsweise den öffentlichen Auftritt der Gemeinschaften, da die Teilnahme an interreligiösen Gremien in der Öffentlichkeit positiv wahrgenommen wird. So kann der Wille zur Zusammenarbeit demonstriert und es können gemeinsame Haltungen formuliert werden. Durch die Beteiligung grosser Gemeinschaften wie der katholischen oder reformierten Kirchen profitieren kleinere Gemeinschaften wie muslimische Verbände von einer erweiterten Reichweite in der öffentlichen Kommunikation. Ein gemeinsames Statement zu einem Krieg erreicht weit mehr Menschen als ein allein veröffentlichtes Statement einer kleinen Gemeinschaft, vorausgesetzt, es lässt sich ein gemeinsamer Standpunkt finden.

Ein gemeinsames Statement zu einem Krieg erreicht weit mehr Menschen als ein allein veröffentlichtes einer kleinen Gemeinschaft.

Eine solche Struktur erhält durch die Teilnahme hochrangiger religiöser Würden- oder Amtsträger:innen viel öffentliche Aufmerksamkeit. Ihre Bedeutung wird in der Öffentlichkeit oft überschätzt, da diese Organisationen meist nur wenige Treffen im Jahr abhalten und sich dabei auf spezifische Themen wie theologische Gespräche, strategische Überlegungen für ihre Institutionen oder symbolische Gesten wie gemeinsame Stellungnahmen konzentrieren. Der tatsächliche Beitrag zur praktischen interreligiösen Arbeit in der Schweiz wird jedoch häufig falsch eingeschätzt, da ihre prominente Zusammensetzung in der Wahrnehmung eine umfassendere Aktivität suggeriert.

Allerdings bleibt die Kommunikation oft innerhalb der Gremien und erreicht nicht immer die Basis der Gemeinschaften. Zudem konzentriert sich die Macht häufig in den Händen weniger Entscheidungsträger:innen, was die Vielfalt der Perspektiven einschränkt. Die Basis der Gemeinschaften und ihre innovativen Ideen werden oft nicht ausreichend einbezogen, was bei der Basis ein Gefühl der Entfremdung hervorrufen kann.

Um Missverständnisse über ihre Rolle zu vermeiden, wäre es wichtig, dass diese Gremien transparenter kommunizieren, worüber sie sich austauschen und welche Themen sie behandeln. So könnten sie ihr Profil schärfen und klarer vermitteln, dass ihre Arbeit sich auf strategische und repräsentative Aufgaben konzentriert. Eine Ausweitung ihrer Aktivitäten wäre hingegen kontraproduktiv, da andere Organisationen mit passenderen Strukturen und mehr Nähe zur Basis diese Aufgaben bereits effektiver übernehmen können. Statt Ressourcen zu verzetteln, sollten sich solche Gremien bewusst auf ihre Kernaufgaben fokussieren und sicherstellen, dass diese mit der nötigen Tiefe und Qualität erfüllt werden.

Top-down Ansatz: Akademie

Ein anderer Top-down-Ansatz ist die Fokussierung auf akademische Bildung. Hier sind es nicht die Repräsentant:innen, die die Organisationsstrukturen prägen, sondern Menschen mit akademisch-theologischer Bildung, die einem «Laienpublikum» gegenüberstehen. Organisationen, die diesem Modell folgen, bieten beispielsweise Bildungsanlässe an, die von Theolog:innen, Islamwissenschaftler:innen und Religionswissenschaftler:innen durchgeführt werden. Das Publikum nimmt in einer eher passiven Rolle an Vorträgen, Lesungen und Führungen teil.

Diese Veranstaltungen erreichen ein breites Publikum und tragen zur Wissensvermittlung bei. Hinter diesen Formaten steht die Annahme, dass mehr Wissen zu mehr Verständnis führt. Die Inhalte können theologischer Natur sein, wie die gemeinsamen Grundlagen in den Schriften, die den interreligiösen Dialog stützen, oder die Interpretation von gemeinsamen Figuren in Tora, Bibel und Koran. Ebenso werden gesellschaftlich relevante Themen wie Rassismus, Diskriminierung oder die Beziehung zwischen Staat und Religion behandelt. Diese Veranstaltungen richten sich entweder an ein kleines Publikum, das sich intellektuell mit Religion auseinandersetzen möchte, oder an Fachpersonen wie Behördenmitglieder, Lehrpersonen oder HR-Angestellte.

Diese Veranstaltungen erreichen ein breites Publikum und tragen zur Wissensvermittlung bei.

Jedoch kommt dieser Ansatz mit einigen Einschränkungen, die es zu beachten gilt. Ein wesentlicher Nachteil ist, dass die passive Rolle des Publikums die aktive Auseinandersetzung und persönliche Interaktion einschränkt. Die Vermittlung von Wissen führt nicht automatisch zu tieferem Verständnis oder zu Verhaltensänderungen im Alltag der Teilnehmenden. Zudem bleibt der Dialog häufig auf eine intellektuelle Elite beschränkt und erreicht nicht die breite Basis der Religionsgemeinschaften. Die praktischen Auswirkungen der vermittelten Inhalte im täglichen Leben der Gemeinschaften ist daher möglicherweise gering.

Viele Menschen möchten sich ausserdem nicht intellektuell mit Religion auseinandersetzen, sondern haben einen praktischen, emotionalen Bezug zur Religion, der eng mit ihrer Identität verbunden ist. Diese Menschen fühlen sich von solchen akademischen Angeboten vielleicht weniger angesprochen und möchten eher an Aktivitäten teilnehmen, die ihre gelebte Praxis und persönliche Spiritualität betreffen oder einfach zum Zusammensein einladen. Zudem haben nicht alle Menschen die intellektuellen Ressourcen, an solchen anspruchsvollen Veranstaltungen teilzunehmen. Der akademische Ansatz ist daher nicht sehr niederschwellig und schliesst viele Menschen aus, die sich gerne am interreligiösen Dialog beteiligen würden. Daher ist es wichtig, dass an einem Standort oder in einer Region vielfältige Angebote existieren, die unterschiedliche Zielgruppen ansprechen und den Zugang zum interreligiösen Dialog erleichtern – jenseits des rein intellektuellen Programms.

Der akademische Ansatz schliesst viele Menschen aus, die sich gerne am interreligiösen Dialog beteiligen würden.

Ein weiterer Aspekt ist die Ressourcennutzung: Bildungsanlässe dieser Art sind oft ressourcenintensiv, da sie erhebliche finanzielle Mittel und spezialisierte Fachkräfte erfordern. Dies kann die Nachhaltigkeit solcher Programme einschränken. Wichtig ist, dass Organisationen sich der spezifischen Zielgruppe und Begrenzungen dieses Ansatzes bewusst sind. Während der akademische Ansatz für die Vermittlung von Wissen und die Ansprache einer intellektuell interessierten Zielgruppe ideal ist, sollte er nicht versuchen, alle Zielgruppen oder Bedürfnisse abzudecken. Die bewusste Konzentration auf die eigenen Stärken und die Zusammenarbeit mit anderen Organisationen, die andere Ansätze verfolgen, können Synergien schaffen und Überschneidungen vermeiden.

Bottom-up Ansatz: Interessierte formell

Organisationen, die einem Bottom-up-Ansatz folgen, sind oft aus Initiativen von Angehörigen verschiedener Religionsgemeinschaften entstanden und basieren häufig auf Freiwilligenarbeit. Oft wurden über die Zeit Vereinsstrukturen oder Interessengruppen geschaffen. Diese Organisationen sind aus Bedürfnissen und Interessen heraus entstanden, die Menschen dazu bewegten, sich zu vernetzen, um einander kennenzulernen, voneinander zu lernen und gemeinsame Anliegen zu verfolgen. Solche Strukturen sind theoretisch offen für alle Interessierten und bieten eine Mischung aus gemeinsam entwickelten Veranstaltungen und Projekten wie Theateraufführungen, Fussballspielen und Filmabenden sowie Vorträgen und Podiumsdiskussionen. Dieser Mix aus niederschwelligen und intellektuellen Angeboten ermöglicht eine breite Teilnahme von Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen.

Solche Strukturen sind offen für alle Interessierten und bieten eine Mischung aus gemeinsam entwickelten Veranstaltungen und Projekten

Der Aufbau dieser Organisationen erfolgte häufig lokal, geleitet von Interessen und Enthusiasmus, ohne starke nationale Vernetzung und ohne Rückgriff auf vorhandenes Dialog-Wissen. Ihre Aktivitäten sind selten strategisch ausgereift, zielgerichtet oder wirkungsorientiert. Ihre Kapazitäten sind meistens begrenzt und stark vom Engagement Einzelner abhängig.

Einige Organisationen stehen vor der Herausforderung, dass wichtige Positionen jahrelang von den gleichen Personen besetzt sind. Obwohl ihr Engagement und ihre Erfahrung geschätzt werden, prägen sie die Organisation zu stark mit ihren Ideen und das kann dazu führen, dass sich weniger Menschen finden, die bereit sind, ihre Energie in diese fixen Strukturen zu stecken. Diese Situation kann den interreligiösen Dialog beeinträchtigen, da frische Ideen und jüngere Teilnehmende fehlen, um die Dynamik und Attraktivität der Aktivitäten aufrechtzuerhalten. Es ist wichtig, Wege zu finden, um diesen unterschiedlichen Menschen einen Platz im interreligiösen Dialog zu geben, ohne dass dabei die jeweils anderen ausgeschlossen werden. Eine Balance zwischen Erfahrung und Offenheit für Innovation ist entscheidend, um als Organisation für Nachwuchs zugänglich zu sein, eine vielfältige und engagierte Beteiligung zu fördern und die Überalterung der bestehenden Strukturen zu vermeiden.

Bottom-up Ansatz: Interessierte informell

Es gibt auch informelle Netzwerke, die sich spontan bilden und langfristig oft wieder zerfallen, wenn sie nicht in feste Strukturen überführt werden. Diese Netzwerke fördern durch regelmässige Gespräche und gemeinsames Essen die Beziehungen zwischen Menschen mit unterschiedlichen religiösen und nicht-religiösen Hintergründen. Nach dem 7. Oktober 2023 haben sich verschiedene Gruppen gebildet, die regelmässige Treffen zwischen Menschen mit muslimischem und jüdischem Hintergrund organisierten. In diesen Gruppen versuchte man, Gefühle und Perspektiven miteinander zu teilen, und konzentrierte sich dabei auf das gemeinsame Menschsein, um Empathie füreinander zu entwickeln. Ihre Aktivitäten beschränkten sich auf diesen Austausch.

Sie sind meist nicht öffentlich sichtbar und produzieren keine formellen Veranstaltungen, was sie flexibel, aber auch fragil macht. Ohne feste Strukturen fehlt es ihnen oft an langfristiger Stabilität und den notwendigen Ressourcen für grössere Projekte. Zudem haben sie Schwierigkeiten, ihre Erfolge zu dokumentieren und sichtbar zu machen, was ihre Anerkennung und Unterstützung erschwert. Die Integration neuer Mitglieder kann ebenfalls herausfordernd sein, was zu einem Mangel an frischen Ideen und Dynamik führen kann.

Bottom-up/Top-down Ansatz: Mischform

Eine Mischform findet sich in Organisationen, die sowohl Repräsentant:innen als auch Laien oder Delegierte ohne formales Amt in den Gemeinschaften vereinen. Diese Organisationen erstellen sowohl akademische als auch niederschwellige Angebote, die von den Religionsgemeinschaften selbst getragen werden oder zu denen sie religiöse Expert:innen beiziehen. Diese Mischform fördert den Austausch zwischen der Basis und den religiösen Eliten sowie zwischen den verschiedenen Religionsgemeinschaften. Dadurch wird eine grössere Reichweite und Wirkung auf verschiedenen Ebenen innerhalb der Gemeinschaften ermöglicht. Der Informationsfluss zurück in die Gemeinschaften ist wahrscheinlicher, da eine grössere Zahl von Menschen unterschiedlicher Positionen und Hintergründe beteiligt ist.

Es kann jedoch auch zu Herausforderungen kommen. In einigen Gemeinschaften und Organisationen engagieren sich Menschen professionell und können viel Zeit und Ressourcen in diese Arbeit investieren, während andere ihre Tätigkeit unbezahlt und mit begrenzten Ressourcen neben ihrer regulären Arbeit leisten müssen. Diese Mischung aus Professionellen und Ehrenamtlichen bringt nicht nur organisatorische Hürden mit sich, wie die Frage, ob Aktivitäten abends und an Wochenenden oder während der regulären Arbeitszeit stattfinden sollen, sondern auch inhaltliche Herausforderungen.

Bild: Netzwerktreffen IRAS COTIS 2024, @Christoph Knoch

Die Spannweite an Wissen und Erfarung kann in solchen Organisationen sehr gross sein: Auf der einen Seite stehen Fachpersonen, die über fundierte Kenntnisse und praktische Erfahrung in diesem Bereich verfügen. Auf der anderen Seite gibt es Ehrenamtliche, die sich vor allem aus persönlichem Interesse engagieren, aber nicht immer über ein vertieftes Dialogwissen verfügen. Diese Unterschiede können zu Spannungen führen, etwa wenn Ehrenamtliche in Entscheidungspositionen (z.B. in Vorständen) über Themen entscheiden, in denen sie weniger Expertise haben als die Fachpersonen, die unter ihnen arbeiten.

Auch bei Veranstaltungen zeigt sich diese Diskrepanz: Professionelle Akteur:innen bringen häufig andere Bedürfnisse und Erwartungen mit als jene, die die interreligiöse Arbeit eher als Hobby oder ergänzendes Engagement sehen. Diese Unterschiede sind nicht immer offensichtlich, da nicht alle Beteiligten sich ihres eigenen Wissensstandes oder ihrer Grenzen bewusst sind. Dies kann die Zusammenarbeit erschweren und die Qualität des Dialogs beeinträchtigen, wenn die unterschiedlichen Perspektiven und Expertisen nicht ausreichend berücksichtigt werden. Zudem treten auch Nachteile auf, die bei formellen Bottom-up- und Top-down-Ansätzen, wie dem akademischen und repräsentativen Modell, beobachtet werden.

Es kann die Zusammenarbeit erschweren wenn die unterschiedlichen Perspektiven nicht ausreichend berücksichtigt werden.

Es hängt stark von den spezifischen Schwerpunkten der Organisationen in dieser Mischform ab, wie sie strukturiert sind, wie viele junge oder ältere Menschen beteiligt sind und welche Schlüsselpersonen sie einbeziehen können. Diese Faktoren beeinflussen die Wirksamkeit und Nachhaltigkeit der interreligiösen Zusammenarbeit massgeblich. Die Vielfalt der Perspektiven und die Stärkung der Gemeinschaft durch die Einbindung verschiedener Ebenen sind klare Vorteile, während die Herausforderungen in der Koordination und bei den Ressourcen nicht ausser Acht gelassen werden dürfen.

Verschiedene Annahmen hinter dem Interreligiösen Dialog

Hinter den unterschiedlichen Strukturen des interreligiösen Dialogs stehen oft verschiedene Annahmen darüber, wie ein gelungener Dialog aussehen sollte. Diese Annahmen beeinflussen die Wahl der Dialogformen, die Art der angestrebten Ziele und die gewählten Strukturen einer Organisation.

Im Folgenden wird der Begriff «Dialog» der Einfachheit halber verwendet, obwohl das Wort selbst Gegenstand intensiver Diskussionen ist. Manche sprechen von «Dialogarbeit», andere betonen, dass es sich schlicht um «Arbeit» handelt, ohne den Begriff Dialog zu verwenden. Diese Begriffsdiskussion und ihre Bedeutung wären jedoch ein Thema für einen eigenen Artikel. Wichtig ist zu bedenken, dass jede Form des Dialogs ihre Berechtigung hat und für unterschiedliche Gruppen von Menschen passend sein kann, aber auch, dass sich nicht jede Form des Dialogs für die Erreichung jedes Ziels eignet.

Es ist wichtig zu fragen, ob Veranstaltungen in ihrer bisherigen Form noch zeitgemäss sind.

Häufig wurde der interreligiöse Dialog in der Vergangenheit vor allem durch Veranstaltungen geprägt. Die im Folgenden aufgeführten unterschiedlichen Arten von Dialog zeigen jedoch, dass es nicht immer Veranstaltungen sein müssen. Zudem ist es wichtig zu fragen, ob Veranstaltungen in ihrer bisherigen Form noch zeitgemäss sind. Viele Menschen – insbesondere jüngere – erleben einen starken Zeitdruck und ein Überangebot an Veranstaltungen. Deshalb könnten Formate, die Menschen aktiv einbinden und sie ermutigen, gemeinsam an gesellschaftlichen Problemfeldern zu arbeiten, stärker gefragt sein. Dies bedeutet nicht, dass Veranstaltungen obsolet sind, aber möglicherweise sollte ihr Umfang reduziert werden.

Theologisch-kognitiver Dialog

Ein theologischer Dialog geht von der Annahme aus, dass ein gemeinsames moralisches und theologisches Fundament wichtig ist. Solche Dialoge sind oft kognitiv und akademisch orientiert und beinhalten Diskussionen über theologische Konzepte und gemeinsame Werte. Diese Art von Dialog passt gut zu Top-down-Strukturen, insbesondere zu denen, die von akademischen Institutionen getragen werden. Ziele eines theologischen Dialogs können die Schaffung eines gemeinsamen Weltethos oder die Vertiefung des Verständnisses religiöser Lehren sein.

Diese Form des Dialogs richtet sich vor allem an intellektuell und akademisch interessierte Personen, oft mit höherer Bildung. Menschen, die keinen Zugang zu akademischen Diskursen haben oder sich weniger für theoretische Diskussionen interessieren, könnten sich ausgeschlossen fühlen. Diese Form eignet sich gut für Fachleute, Theolog:innen und interessierte Laien, aber weniger für Menschen, die praktische oder emotional-sinnliche Zugänge zur Religion bevorzugen. Ausserdem wird oft kritisiert, dass Differenzen in dieser Form des Dialogs zu wenig Raum bekommen und der Fokus zu stark auf Gemeinsamkeiten liegt. Der Dialog wird als zu harmonisch empfunden und man wirft ihm vor, zu sehr auf Vereinheitlichung abzuzielen.

Religiös-emotionaler Dialog

Der religiös-emotionale Dialog basiert auf gemeinsamer religiöser und spiritueller Praxis. Dazu gehören religionsverbindende Feiern wie interreligiöse Friedensgebete, interreligiöse Meditationen, bei denen verschiedene Traditionen ihre Formen der Mystik und Meditation einbringen, oder Veranstaltungen zu Nachhaltigkeit, bei denen die religiösen Quellen und Potenziale für einen nachhaltigen Umgang mit der Natur erörtert werden.

Diese Art von Veranstaltungen kombiniert oft kognitive Auseinandersetzungen mit Themen wie Nachhaltigkeit, Einsamkeit oder Liebe mit praktischen, sinnlichen und erlebnisbasierten Aspekten der religiösen Praxis und Spiritualität. Beispielsweise kann gemeinsam ein Baum gepflanzt werden, es wird gemeinsam oder parallel gebetet, gesungen, getanzt oder Musik gehört.

Diese Veranstaltungen setzt voraus, dass alle Teilnehmenden eine religiöse oder spirituelle Praxis haben.

Die verbindenden Elemente sind hierbei gemeinsame Lebensthemen und die gemeinsam gelebte Spiritualität und Religiosität. Diese Art von Veranstaltungen setzt voraus, dass alle Teilnehmenden eine religiöse oder spirituelle Praxis haben. Da dies jedoch nicht immer der Fall ist, sind sie möglicherweise nicht geeignet, religionsferne Menschen, die sich dennoch zugehörig fühlen, einzubeziehen. Trotzdem haben diese Formen ihre Berechtigung, da sie für viele Menschen eine bedeutungsvolle und verbindende Erfahrung darstellen.

Sozial-kognitiver Dialog

Der sozial-kognitive Dialog basiert auf wissenschaftlichen und philosophischen Überlegungen in Bezug zu Religion und bietet eine Plattform für Diskussionen zu Stereotypen, Vorurteilen, Rassismus und Diskriminierung. Veranstaltungen dieser Art thematisieren auch die Verbindung von Religion und Staat, Gleichberechtigung, Glaubensfreiheit, Menschenrechte, die mediale Darstellung von Religion und ihre Auswirkungen auf die gesellschaftliche Polarisierung und vieles mehr. Man geht hier davon aus, dass Bildung, Reflexion und Bewusstsein zu sozialen Ungleichheiten helfen, diese zu verringern. Diese Art von Dialog ist besonders anschlussfähig für nicht-religiöse Menschen, da sie soziale Konzepte und das Zusammenleben aus einer nicht-religiösen Perspektive betrachtet.

Allerdings kann dieser Dialog auch ausschliessend wirken, da er oft mit „linken“ politischen Vorstellungen und Begriffen arbeitet, die andere Milieus abschrecken und die Ängste dieser Bevölkerungsgruppen nicht aufgreift. Solche Veranstaltungen sensibilisieren zwar nicht-religiöse, eher linke Personen für die Anliegen von religiösen Menschen, erreichen aber nicht die gesamte Gesellschaft. Darüber hinaus kann die Fokussierung auf komplexe wissenschaftliche und philosophische Themen einige Menschen überfordern und somit die Teilnahmebereitschaft mindern. Auch besteht die Gefahr einer weiteren Polarisierung, da vor allem Gleichgesinnte angesprochen werden und neue Fronten gegen Andersdenkende entstehen können. Religiöse Perspektiven werden hier nicht für sich ernst genommen, sondern in eine säkulare Sprache übersetzt.

Sozial-emotionaler Dialog

Im Gegensatz zum theologisch-kognitiven Dialog zielt der soziale Dialog darauf ab, emotionale und soziale Bindungen zu stärken. Er basiert auf der Annahme, dass persönliche Begegnungen und gemeinsame Aktivitäten wichtiger sind als theologische Diskussionen. Dieser Ansatz ist oft weniger formal und wird von Bottom-up-Strukturen bevorzugt. Aktivitäten wie gemeinsame Projekte, soziale Veranstaltungen und informelle Treffen fördern den Aufbau von Freundschaften und das gegenseitige Verständnis auf einer persönlichen Ebene.

Ziele des sozial-emotionalen Dialogs sind das Abbauen von Vorurteilen und das Schaffen eines harmonischen Zusammenlebens. Diese Form des Dialogs ist zugänglicher für eine breite Zielgruppe, da sie weniger auf intellektuelle oder religiöse Voraussetzungen angewiesen ist. Jedoch könnte auch hier das Risiko bestehen, dass Menschen mit starken religiösen Überzeugungen, die eher theologische Diskussionen bevorzugen, sich weniger angesprochen fühlen. Diese Form des Dialogs wird oft kritisiert, weil sie schwierige Aspekte der Beziehungen nicht ausreichend anspricht und konfrontative Auseinandersetzungen vermeidet.

Aktivistischer Dialog und interreligiöse Zusammenarbeit

Eine weitere Form des Dialogs ist der aktivistische Dialog. Hier geht es darum, gemeinsame Anliegen und Interessen zu verfolgen. Themen wie die Errichtung von Grabfeldern für alle, seelsorgerische Betreuung für alle oder die rechtliche Gleichbehandlung stehen im Vordergrund. Netzwerke und Gruppen werden gebildet, die gemeinsam den Kontakt zu Behörden suchen, Lobbyarbeit betreiben und die konkrete Umsetzung dieser Anliegen vorantreiben.

Viele der zuvor genannten Gruppierungen beteiligten sich zu Beginn ihres Wirkens neben anderen Aktivitäten auch an dieser Art der interreligiösen Arbeit. In einigen Kantonen wurden dabei bedeutende Fortschritte erzielt, weshalb der Fokus teilweise auf andere Arten des Dialogs verschoben wurde. Dennoch gibt es weiterhin Zusammenarbeiten zur Erreichung konkreter Ziele oder um gemeinsame Werte zu demonstrieren und Öffentlichkeitsarbeit zu leisten.

Ein Beispiel hierfür ist das gemeinsame Engagement von Gemeinschaften für Inklusion in der Gesellschaft oder das Bekenntnis zu solidarischen Beziehungen über religiöse Grenzen hinweg angesichts von Krieg und Terror. Dieser Ansatz spricht Menschen an, die an konkreten sozialen und politischen Anliegen arbeiten möchten. Personen, die sich weniger für Aktivismus interessieren oder sich nicht in politischen Prozessen engagieren wollen, könnten sich ausgeschlossen fühlen. Dennoch ist diese Form des Dialogs wichtig, da sie für sozial und politisch Engagierte eine effektive Möglichkeit bietet, konkrete gesellschaftliche Veränderungen anzustreben.

Interkultureller Dialog

Ein weiterer wichtiger Ansatz ist der interkulturelle Dialog. Dieser Dialog konzentriert sich auf den Austausch und die Wertschätzung kultureller Ausdrucksformen wie Musik, Kunst, Literatur und Traditionen aus verschiedenen religiösen Hintergründen. Der interkulturelle Dialog basiert auf der Annahme, dass kulturelle Aktivitäten Brücken zwischen unterschiedlichen Gemeinschaften schlagen können, weil diese Ausdrucksformen überkulturell von Menschen geteilt werden. Sie ermöglichen es, Gemeinsamkeiten im Menschsein zu erleben und bieten die Möglichkeit, durch gemeinsames Erleben und Erfahren Verbindungen zu schaffen.

Kulturelle Aktivitäten können zwischen unterschiedlichen Gemeinschaften Brücken schlagen

Diese Form des Dialogs ist sowohl formeller als auch informeller Natur und wird häufig in Bottom-up-Strukturen organisiert. Kulturelle Veranstaltungen, Festivals und gemeinsame Feierlichkeiten sind typische Aktivitäten dieses Ansatzes. Obwohl diese Form des Dialogs breit zugänglich ist und kulturell Interessierte und kreative Menschen anspricht, könnte es Personen geben, die sich weniger für kulturelle Aktivitäten interessieren und eher religiöse oder intellektuelle Dialogformen bevorzugen.

Vernetzungsarbeit

Ein essenzieller Bestandteil des interreligiösen Engagements ist die Vernetzungsarbeit. Sie zielt darauf ab, stabile Beziehungen zwischen verschiedenen Gemeinschaften, Institutionen und Akteur:innen aufzubauen und zu pflegen. Netzwerke schaffen die Grundlage für langfristige Kooperationen, fördern den Austausch von Wissen und Ressourcen und erleichtern die Abstimmung zwischen unterschiedlichen Ansätzen und Zielgruppen.

Netzwerke schaffen die Grundlage für langfristige Kooperationen.

Obwohl der Beitrag von Netzwerken nicht immer direkt sichtbar ist, sind sie unverzichtbar für die nachhaltige Entwicklung interreligiöser Arbeit. Sie ermöglichen es, Synergien zu nutzen, Überschneidungen zu vermeiden und gemeinsam effektiver aufzutreten – sei es gegenüber Behörden, der Öffentlichkeit oder in der politischen Arbeit. Zudem stärken Netzwerke das Vertrauen zwischen den Beteiligten und bieten eine Plattform, um voneinander zu lernen, Innovationen anzustoßen und Wissenstransfer zu fördern.

Netzwerke können zusätzlich eine wichtige Rolle bei der Initiierung von zeitlich begrenzten Projekten spielen, die darauf abzielen, neue Erkenntnisse oder Ansätze zu schaffen und bisher ungenutzte Potenziale zu erschliessen. Der Fokus sollte dabei auf Innovation und strategisch relevanten Themen liegen, die das interreligiöse Feld voranbringen. Statt Projekte auf unbestimmte Zeit weiterzuführen, könnten Netzwerke sicherstellen, dass die Ergebnisse gut dokumentiert und zugänglich gemacht werden, um langfristig Nutzen zu stiften.

Die Frage, was mit Projekten nach ihrer Durchführung geschieht, bleibt eine zentrale Herausforderung. In einigen Fällen könnten Netzwerke die Grundlagen schaffen, damit Projekte in anderer Form weitergeführt oder von neuen Akteur:innen aufgegriffen werden. In anderen Fällen könnte der Schwerpunkt darauf liegen, dass Projekte einen nachhaltigen Effekt hinterlassen – sei es durch das Schaffen von Bewusstsein, die Weitergabe von Wissen oder den Aufbau von Strukturen, die eigenständig funktionieren können.

Was mit Projekten nach ihrer Durchführung geschieht, bleibt eine Herausforderung.

Durch diese Fokussierung können Netzwerke ihre Rolle als Plattform für Austausch, Innovation und strategische Zusammenarbeit stärken, ohne sich in operativen Aufgaben zu verlieren. Sie schaffen so die Grundlage für eine nachhaltige und zukunftsorientierte interreligiöse Arbeit.

Perspektiven für die Zukunft des interreligiösen Dialogs

Der interreligiöse Dialog in der Schweiz steht vor der Herausforderung, seine Strukturen und Organisationsformen an die gesellschaftlichen und finanziellen Gegebenheiten der Gegenwart anzupassen. Eine klare Abgrenzung der Aufgaben, eine stärkere Vernetzung und eine bewusste Nutzung von Synergien sind dabei entscheidend, um die vorhandenen Ressourcen wirkungsvoll einzusetzen. Unterschiedliche Formen des Dialogs – sei es theologisch, sozial oder kulturell – haben ihre Berechtigung, aber nicht jede Organisation kann oder sollte alle Ansätze abdecken.

Es gilt, den interreligiösen Dialog strategischer zu gestalten, indem klar definiert wird, wer welche Form des Dialogs mit welchen Strukturen fördern kann und will. Statt in Konkurrenz zueinander zu arbeiten, sollte der Fokus auf Kooperation und gegenseitiger Ergänzung liegen. Besonders wichtig ist es, Fundraising-Konkurrenz und die Überschneidung von Aktivitäten zu vermeiden, da sie Ressourcen zersplittern und die Effizienz der interreligiösen Arbeit gefährden.

Netzwerke spielen in diesem Prozess eine Schlüsselrolle. Sie können als Plattformen dienen, die Wissenstransfer fördern, Innovationen anstossen und den Dialog zwischen verschiedenen Organisationen und Ansätzen koordinieren. Ein besserer Austausch zwischen Organisationen – sowohl lokal als auch national – würde dazu beitragen, unnötige Doppelspurigkeiten zu vermeiden und die Stärken der einzelnen Akteur:innen gezielt einzusetzen.

Gleichzeitig muss auch die Relevanz des interreligiösen Dialogs neu gedacht werden. Angesichts sich wandelnder gesellschaftlicher Bedürfnisse könnten Formate, die Menschen aktiv einbinden und gemeinsam an Lösungen für gesellschaftliche Herausforderungen arbeiten, stärker in den Vordergrund treten. Dies bedeutet nicht, dass klassische Veranstaltungsformate überflüssig sind, sondern dass sie gezielt durch innovative Ansätze ergänzt werden sollten, um jüngere Zielgruppen und zeitlich eingeschränkte Menschen anzusprechen.

Auch die Relevanz des interreligiösen Dialogs muss neu gedacht werden.

Der Schlüssel zur Zukunft des interreligiösen Dialogs liegt in einem bewussten Umgang mit den vorhandenen Ressourcen, klaren Profilen und einer langfristigen strategischen Ausrichtung. Durch eine verstärkte Zusammenarbeit, die Anerkennung der jeweiligen Stärken und eine gezielte Fokussierung auf konkrete Ziele kann der interreligiöse Dialog nicht nur effektiver werden, sondern auch einen nachhaltigeren Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenhalt leisten.

Autor:in

  • Rafaela Estermann

    Religionswissenschaftlerin und die Redaktionsleitung von religion.ch ||| Rafaela Estermann ist Religionswissenschaftlerin und die Redaktionsleitung von religion.ch. Ihre Schwerpunkte sind Nicht-Religion, Säkularität und der Diskurs über Religion und den Islam in der Schweiz. Zudem arbeitet sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Theologischen Fakultät Zürich in einem Forschungsprojekt (MORE) zum Religionsunterricht über den Islam in verschiedenen Religionsunterrichtsmodellen in der Schweiz, Deutschland und Österreich.

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