Der Kardinal und der Imam

In Bangui, der Hauptstadt der Zentralafrikanischen Republik, predigt Kardinal Dieudonné Nzapalainga das heilige Wort. Aber nicht nur das. Seit 2013 nutzen die Rebellen die Religion als Instrument, um Christen und Muslime dazu zu bringen, sich gegenseitig zu töten. Der Kardinal fährt mit seinem Team in seinem 4×4 durch den Busch und den Wald, überquert Flüsse und Dämme. Ohne jegliche religiöse Diskriminierung hört er den Menschen zu und sammelt ihre Zeugnisse. Er tröstet die gebrochenen Herzen, versucht, den Zorn zu besänftigen und die bewaffneten Männer zur Vernunft zu bringen. Unermüdlich und mit der gleichen Stimme wie Imam Kobine Lamaya beschwört der Kardinal die Menschen, nicht in die übliche Falle zu tappen und sich nicht dem Verschleiß dieses sich wiederholenden Szenarios hinzugeben. Ihre einzigen Waffen sind Glaube, gesunder Menschenverstand und eine starke Botschaft: «Wir sind alle Brüder und Schwestern, alle Zentralafrikaner.»

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