Was bedeutet ein gutes Leben? Paul Amacker, ehemaliger Pastor, stellt diese Frage und geht der Suche nach einem erfüllten Leben auf den Grund. Aus seiner Perspektive sind es nicht die Umstände, die über ein gutes Leben entscheiden, sondern das Fundament, auf dem wir es aufbauen. Dieses Fundament ist für ihn Jesus Christus, der auch in schwierigen Zeiten Bestand hat.
Das gute Leben … gibt’s so etwas? Ich befürchte nicht!
Bist du enttäuscht darüber? Ja, ich schon. Ich möchte ein gutes Leben und ja, ich weiss, da bin ich nicht allein, wer möchte nicht ein gutes Leben?
Es gibt drei Dinge: das Leben – es gibt Gutes und es gibt Schlechtes.
Wir alle haben ein Leben bekommen, das ist für alle gleich. Ob mein Leben gut ist oder nicht, wird durch einen Entscheid, den wir treffen, festgelegt. Die Frage ist, womit füllen wir unser Leben? Ich würde noch einen Schritt weiter gehen und fragen, auf welchem Fundament ist unser Leben aufgebaut – oder gegründet.
Warum ist das so wichtig? Es ist der springende Punkt, ob mein Leben ein gutes ist oder nicht. Lasst uns annehmen, dass unser Leben in den Umständen des Alltages gegründet ist. Die Umstände werden dann bestimmend sein, wie ich mein Leben lebe. Sind die Umstände gut, nach meinem Dafürhalten, ist das Leben gut, sind sie schlecht, dann ist auch das Leben schlecht. Somit bin ich immer Spielball der Umstände.
Jesus als Fundament des Lebens
Die Bibel nimmt immer wieder Bezug zum Fundament des Lebens, wie in 1. Korinther 3.
11 Niemand kann ein anderes Fundament legen, ausser dem, das längst gelegt ist, Jesus Christus. 12 Ob aber jemand auf diesem Fundament Gold, Silber oder wertvolle Steine verbaut oder nur Holz, Heu und Stroh, 14 so wird das Werk eines jeden offenbar werden; der Tag wird es zeigen, weil es durchs Feuer geoffenbart wird. Und welcher Art das Werk eines jeden ist, wird das Feuer erproben.
Das Fundament des Lebens ist in Christus.
Das Fundament des Lebens ist in Christus. Die Frage ist nur, ob ich auf dieses Fundament auch das stelle, was Jesus Christus ausmacht und was er möchte. Das entscheidet, ob mein Leben ein gutes ist oder nicht. Es sind krasse Worte, welche die Bibel hier braucht. Doch alle von uns werden Momente erleben, wo wir das Feuer der Umstände erleben. Was wird dann noch übrigbleiben?
Noch ein Gedanke zum Fundament: Es scheint doch etwas absolut, wenn man sagt, dass niemand sonst ein Fundament legen kann wie Jesus. Es gibt viele verschiedene Fundamente je nach Glauben oder nach der Philosophie, welches ein Leben ausmacht. Doch alle Fundamente versuchen entweder eine höhere Macht – einen Gott oder Götter – dazu zu bringen, für mich zu sein und mir wohlwollend zu begegnen. Darum tue ich alles, um diese Macht gut zu stimmen.
Das ist der Unterschied zu Christus, der mir immer zugewandt ist und mir alles geben will für ein gutes Leben, wenn ich es denn annehme. Bei den Fundamenten, die Gott ausschliessen, geht es um eine Lebensphilosophie, wo ich mich selbst verwirklichen kann und irgendwann in eine perfekte Welt komme, die ich mir selbst erarbeitet habe oder wo ich im Nichts verschwinde als eine Art Erlösung.
Bei Christus geht es immer auch um das Wohl des andern
Bei Christus geht es immer auch um das Wohl des andern, und wenn es dann zum Ende des irdischen Lebens kommt, ist er die Garantie für ein erfülltes, im absoluten Potenzial des ewigen Lebens. Denn Er hat dafür durch seinen Tod und die Auferstehung bezahlt. Dieses Fundament kann man nicht toppen und es ist als Fundament einzigartig.

Die Umstände müssen sich unterordnen
Wenn der Apostel Paulus in der Bibel in Philipper 1,21 sagt: Denn das Leben ist für mich Christus und das Sterben Gewinn, dann hat er mit einfachen Worten gesagt, was sein Leben ausmacht. Da gibt es keinen Zweifel, was er will, was sein Leben bestimmt. Das ist eingleisiges Denken, es gibt nur etwas, das zählt. Alles in seinem Leben muss sich darunter einordnen. So ist es klar, wenn Christus sein Leben ist, dann müssen sich auch die Umstände unterordnen.
Wir dürfen nicht vergessen, dass Paulus diesen Brief an die Philipper aus der Gefangenschaft schrieb. Also unter eher schwierigen Umständen, mit allem Grund etwas frustriert zu sein, und doch schreibt er: Philipper 4,4 Freut euch im Herrn allezeit! Wiederum will ich sagen: Freut euch!
Manchmal bin ich frustriert über Situationen in meinem Leben. Ich werde nicht so behandelt wie ich möchte, ich empfinde, dass Gott meine Gebete nicht hört, dass ich ungerecht leide … Darauf bauen meine Gefühle auf und ich habe definitiv keine Freude.
Christus ist mein Leben, und nicht die Umstände.
Nun warte mal, kann es anders sein? Wie ist es, wenn ich mich daran erinnere, was mein Lebensziel, mein Lebensmotto ist? Christus ist mein Leben, und nicht die Umstände. Die sind zwar da, aber ich betrachte sie aus der Warte der Ewigkeit, und aus der Sicht von Jesus. Da kommt dann eine andere einfache Stelle dazu, nämlich:
Römer 8,28 Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Guten mitwirken, denen, die nach seinem Vorsatz berufen sind.
Eines muss uns klar sein, ich werde nicht Christus zu meinem Leben machen, wenn ich Ihm nicht 100 Prozent vertrauen kann. Im tiefsten Innersten meines Seins muss ich glauben, dass Gott ist und Er es gut mit mir meint.
Sein Leben Gott geben
Vor vielen Jahren, ich war ein junger Gläubiger, der sein Leben gerade Gott übergeben hatte, und ich betete praktisch täglich für meine Familie. Da kam mein Bruder zu mir und sagte: Ich brauche Hilfe, ich kann nachts nicht mehr richtig schlafen, ich erlebe eine starke Finsternis. Ich empfahl ihm einen Seelsorger. Er ist drei Stunden gefahren zu einem Gespräch und hat da sein Leben Gott gegeben. Er stellte sein Leben auf das Fundament Christi und konnte dann wieder gut schlafen.
Ich habe persönlich erlebt, was es bedeutet, wenn man das Fundament verlässt und auf etwas anderes als Gott vertraut. Vor einigen Jahren bin ich aus dem Schlaf erwacht und erlebte eine innere Unruhe, die beängstigend war. In meinem Leben habe ich etwas zugelassen, das ich im Dunkeln halten wollte. Ich wusste, es war gegen Gottes Gebot, «Sünde», aber ich wollte einfach darüber weggehen und es nicht ans Licht bringe, so im Stil, «Schwamm darüber, vergiss es». Das ging auf einmal nicht mehr. Ich spürte eine Finsternis auf mir, die mir Angst machte, und ich wusste genau warum. Ich wusste auch, wenn ich wieder Ruhe wollte, musste die Sache ans Licht. Ich habe es dann Gott und der Person, die betroffen war, bekannt und um Verzeihung gebeten. Da ist die Finsternis gewichen und es wurde hell in meiner Seele, Licht kam.
Da ich mein Leben Gott gab und alles auf sein Fundament stellte, kann ich sagen, dass ich ein gutes Leben hatte.
Wie war doch die Aussage in der obgenannten Bibelstelle? Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Guten mitwirken … Immer noch auf der Suche nach einem guten Leben? Ich bin jetzt 72 Jahre alt und kann auf ein ereignisreiches Leben zurückschauen. Da ich mit 23 mein Leben Gott gab und alles auf sein Fundament stellte, kann ich sagen, dass ich ein gutes Leben hatte. Und wisst ihr, es wird so weitergehen, egal was die Umstände bringen.
Nochmals zurück zur ersten Frage: Gibt es ein gutes Leben? Eindeutig ja, wenn das Fundament und die Ausrichtung stimmen, und nein, wenn ich es selbst bestimmen und ausrichten will.
Ich wünsch dir ein gutes Leben.
Paul Amacker
